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Der Vorgang der Übertragung ist von jeher, von der Zauberei bis zur Psychoanalyse, der wichtigste Faktor beim Erfolg aller psychotherapeutischen Verfahren gewesen. Doch während vor Freud die mit Hypnose oder Suggestion arbeitenden Ärzte nur einen Teil der dynamischen Kraft der Übertragung, nämlich die positiven Gefühle, und auch diese nur gefühlsmäßig, als Heilungsmittel verwendeten, gaben uns Freud1 und nach ihm vornehmlich Ferenczi2, indem sie uns mit der ontogenetischen, der deskriptiven und dynamischen Seite der Übertragung bekanntmachten, einen Mechanismus der Tiefenpsychologie in die Hand, dessen Vorhandensein eine conditio sine qua non der analytischen Therapie und dessen Beachtung ein unerläßlicher Teil der analytischen Arbeit ist. Die Übertragung, d. h. die unbewußte libidinöse und sonstige Relation des Individuums zur Objektwelt, bildet sich nicht ausschließlich innerhalb einer psychoanalytischen Kur heraus; wohl aber fördert die psychoanalytische Situation die volle Entfaltung ihrer dynamischen Kraft.
Zum Zustandekommen der Übertragung sagt Freud: „Machen wir uns klar, daß jeder Mensch durch das Zusammenwirken von mitgebrachter Anlage und von Einwirkungen auf ihn während seiner Kinderjahre eine bestimmte Eigenart erworben hat, wie er das Liebesleben ausübt, also welche Liebesbedingungen er stellt, welche Triebe er dabei befriedigt, und welche Ziele er sich setzt. Das ergibt sozusagen ein Klischee (oder auch mehrere), welches im Laufe des Lebens regelmäßig wiederholt, neu abgedruckt wird, insoweit die äußeren Umstände und die Natur der zugänglichen Liebesobjekte es gestatten, welches gewiß auch gegen rezente Eindrücke nicht völlig unveränderlich ist. Unsere Erfahrungen haben nun ergeben, daß von diesen das Liebesleben bestimmenden Regungen nur ein Anteil die volle psychische Entwicklung durchgemacht hat; dieser Anteil ist der Realität zugewendet, steht der bewußten Persönlichkeit zur Verfügung und macht ein Stück von ihr aus. Ein anderer Teil dieser libidin