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Ich will in dieser Arbeit eine kurze allgemeine Darstellung der frühesten psychischen Entwicklungsprozesse des Kindes versuchen, d. h. in erster Linie der Probleme der oralsadistischen Triebregungen und der ihnen zugehörigen Ängste. In diesem Zusammenhang berücksichtige ich sodann die vom frühen kindlichen Ich gegen diese Triebregungen angewendeten grundlegenden Abwehrmechanismen, insbesondere die Funktionen der Projektion und Introjektion auf dieser Entwicklungsstufe.
Allem Anschein nach wird durch das vollere Verständnis der Wirksamkeit dieser Faktoren in den ersten (zwei bis drei) Lebensjahren die ganze Entwicklung in ein neues Licht gerückt, das geeignet ist, das Dunkel aufzuhellen, in dem bisher noch die früheste Ichentwicklung sowie der Ursprang des Über-Ichs und deren Beziehung zur infantilen Sexualität und zur Libidoentwicklung lagen. Jeglicher Anspruch, den die Psychoanalyse erheben kann, daß sie die Struktur des Ichs beim Erwachsenen und beim älteren Kinde versteht, schließt notwendigerweise die Voraussetzung ein, daß sie die Ichentwicklung auch bis zu ihren frühesten Wurzeln zurückzuverfolgen vermag. Größeres Verständnis der Ängste und Abwehrmaßnahmen, die sich im Ich als eine Folge der frühesten Objektbeziehungen entwickeln, muß deshalb für die gesamte analytische Arbeit von besonderer Bedeutung sein. Die Orientierung der Arbeit der letzten Jahre nach dieser Richtung hin bedeutet keineswegs eine Unterschätzung der Wichtigkeit der Libidoentwicklung und der libidinösen Prozesse als solcher. Im Gegenteil, die Bedeutung der Wechselwirkung und der Beziehungen zwischen Ich- und Libido-Entwicklung läßt die grundlegende Wichtigkeit infantiler libidinöser Bedürfnisse für die gesamte psychische Entwicklung nur noch deutlicher hervortreten.
Melanie Kleins Pionierarbeit hat in der Britischen Psychoanalytischen Gesellschaft zu einem intensiven Studium dieser Probleme geführt und, meiner Ansicht nach, direkt oder indirekt auf die Arbeit ihrer Mitglieder einen bedeutsame