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Der Inhalt dieses Buches wird von anderer Seite besprochen werden, doch ergreife ich gerne die Gelegenheit, um die allgemeinen Eindrücke, die ich davon gewonnen habe, hier zusammenzufassen. Drei hievon seien besonders hervorgehoben.
Vor allem die ungewöhnliche und erquickende Klarheit. Es hat nicht nur jeder Satz seine ganz unmißverständliche Bedeutung, sondern Anna Freud besitzt auch, gleich ihrem Vater, die hervorragende Fähigkeit, auf die verschiedenen Themen, die sie berührt, Licht fallen zu lassen und die Dinge wirklich klar zu machen. Vielleicht ist das glänzendste Beispiel dafür das zweite Kapitel, in welchem sie mit sicherer Hand die verschiedenen Formen analytischer Technik hinsichtlich ihrer Eignung zur Erforschung des Ichs klarstellt. Das bildet eine ausgezeichnete Einleitung zu der hierauf folgenden Besprechung der verschiedenen Abwehrtypen. Diese Klarheit gibt dem ganzen Werk die besondere Note des „Erleuchtens“ und macht es als Lehrbuch besonders wertvoll.
Ein anderer auffallender Zug ist die in diesem Buch beobachtete Reserve. Die Autorin könnte an vielen Stellen ihre Argumente und Analysen weiter führen, als sie es getan hat, aber sie zieht es vor, nicht über das ihrer Ansicht nach mit Sicherheit Feststellbare hinauszugehen. Auch dies macht das Werk zu einem verläßlichen Lehrbuch für Studierende, wenn auch der erfahrene Analytiker an vielen Stellen, wo Anna Freud ihre Ente deckungsfahrt in die Tiefe abbricht, über ihre Ansichten gerne mehr erfahren hätte; so streift sie zum Beispiel nur sehr flüchtig das Thema der Introjektion und Projektion. Ein ehrgeiziger Autor hätte ohne Zweifel mit leichter Hand irgendwelche Klassifizierungen der zehn Abwehrformen (S. 52) versucht und hätte sich zu allerlei positiven Behauptungen über die chronologische Ordnung ihres Auftauchens (S. 60-62) und ihrer Verbindungen untereinander verstiegen. Anna Freud erkennt weise und klar die unserem gegenwärtigen Wissen hier gezogen Grenzen und zeigt die anderen Faktoren und Umst