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Eine Untersuchung, die sowohl das Verbrechen wie auch die Zwillingsforschung zum Gegenstand hat, muß mit den größten methodischen Schwierigkeiten rechnen. Ein Problem, wie das des Verbrechens und des Verbrechers, ist nicht allein biologisch zu klären, sondern es bedarf noch psychologischer und soziologischer Forschung. Die Untersuchung und Verwertung von Zwillingen hinwiederum erfordert eine ungewöhnliche Beherrschung erbwissenschaftlicher Methoden und eine Vereinigung aller dieser Forschungsrichtungen setzt also eine umfassende begriffliche Klärung voraus. Der Verfasser ist keiner dieser Schwierigkeiten ausgewichen und die begrifflichen Formulierungen, die Schilderung der Untersuchungsergebnisse und ihre Auswertung sind von erstaunlicher Gründlichkeit und Bestimmtheit. Obwohl in vielen Punkten die Darlegung bei dem Leser den Eindruck zwingender Überzeugung entstehen läßt, scheint die psychologische Frage, inwiefern Konkordanz und Diskordanz der Zwillinge biologisch oder psychologisch bedingt ist, keineswegs geklärt zu sein. Das gibt der Verfasser auch damit zu, wenn er als großzügiges Experiment vorschlägt, durch getrennte Erziehung von 100 Zwillingskindern die Frage einer Konkordanz bei grundverschiedenem Milieu nachzuprüfen. Vielleicht wäre es ein ebenso interessanter Versuch und weniger im Bereich einer Utopie liegend, wenn endlich einmal ein Analytiker Vater von Zwillingen würde und somit Gelegenheit hätte die Rolle psychologischer Faktoren in der „Konkordanzentstehung“ zu beobachten. Die Ambivalenz eines Menschen, der niemals auch nur einen Augenblick lang die Liebe seiner Mutter allein besessen hat, die Einstellung zu einem Geschwister, mit dem immer geteilt werden muß, die Ich-Bildung einer Persönlichkeit, die sich ihrem eigenen Ich körperlich gegenübergestellt sieht, und viele andere psychologische Probleme der Zwillingserziehung würden