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(abgehalten auf dem XIV. Internationalen Psychoanalytischen Kongreß in Marienbad, 2. bis 8. August 1936)
M. D. u. H.! Die Empirie des analytischen Alltags lehrt, daß unser theoretisches Verständnis unseren therapeutischen Erfolgen vielfach nachhinkt. Gegen diese Behauptung spricht keineswegs die Tatsache, daß auch der umgekehrte Vorgang häufig vorkommt und unser gegenwärtiges therapeutisches Können mit unserem theoretischen Verständnis keineswegs Schritt hält. Diese Diskrepanz zwischen theoretischem Verständnis des therapeutischen Erfolges und dem Erfolg selbst wirkt sich nicht bloß bei vorübergehenden Besserungen im Befinden der Patienten während der Kur aus; vor allem in den Endstadien erfolgreich verlaufender Analysen ergibt sich oft eine sonderbare Situation: es gibt Fälle, bei denen wir nicht angeben können, wodurch sie gebessert, resp. geheilt wurden, obwohl wir die Änderungen in der Richtung der Gesundheit nicht bestreiten können. Diese ein wenig lächerliche Rolle, in die der Analytiker gedrängt wird, hat wahrscheinlich auch infolge der damit verbundenen narzißtischen Kränkung dazu geführt, daß gerade diese Frage von verschiedenen Autoren — es liegen zurzeit nicht weniger als elf Publikationen vor — eingehend diskutiert wurde, da es nicht jedermanns Sache ist, nach einem ihm unverständlichen, selbst herbeigeführten Erfolg bloß in Selbstbewunderung zu verharren und diese an Stelle von Verstehen zu setzen.
Ausnahmslos alle wesentlichen Elemente der analytischen Theorie der Therapie stammen von Freud. Sie gruppieren sich um die Begriffe: Bewußtmachung unbewußter Vorgänge des Es und Über-Ichs durch Deutung, bei gleichzeitigem ununterbrochenem Bearbeiten der unbewußten Ich-Widerstände, seiner Abwehrvorgänge und Abwehrmechanismen. Dazu kommt bekanntlich im Freud schen Schema der Theorie der Therapie das affektive Wiedererleben der infantilen Situation in der Übertragung und das Durcharbeiten. Freud mißt den Ich-Widerständen besondere Bedeutung bei, was schon daraus h