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Das Problem der Neurose ist nicht restlos gelöst. Jeder Versuch einer Theorie der Therapie muß daher unvollständig und vielleicht Widerspruchsvoll ausfallen.
Aus diesem Grunde kann auch ich nicht eine in sich geschlossene, vollständige und systematische Theorie der Therapie unterbreiten. Überdies kann ich aus Zeitmangel nicht einmal alles sagen, was ich in meinen Publikationen über dieses Thema bereits mitgeteilt habe. Ich werde mich nur auf einige sehr wenige Punkte beschränken, vielleicht manches schärfer formulieren und versuchen, einen oder zwei Punkte in den Vordergrund zu rücken, die, meines Erachtens, in der psychoanalytischen Diskussion nicht genügend gewürdigt wurden.
Überall, wo sich Freud über die Therapie äußert, schreibt er dem Prozesse der Überführung verdrängter unbewußter Seelenzustände in bewußte den Hauptanteil an der Genesung zu.
In diesem einen Satze ist eigentlich alles, was wir über die Therapie wissen, zusammengefaßt. Im folgenden soll dieser Satz gewissermaßen erläutert werden.
Auf Grund unserer Anschauungen über die Struktur der Neurose besteht die therapeutische Aufgabe darin, den Konflikt zwischen den psychischen Instanzen zu lösen und die psychischen Spannungen herabzusetzen. Wie bereits hervorgehoben, wird diese Aufgabe durch den Prozeß des Bewußtwerdens des verdrängten Unbewußten gelöst. Er wird durch das freie Assoziieren eingeleitet und, wenn auch mit Schwierigkeiten, zu Ende geführt.
Ehe ich auf das Wesen des freien Assoziierens eingehe, möchte ich hervorheben, daß „Unbewußtheit“ nicht einfach Verschwinden von Ideen oder Gefühlen aus dem Bewußtsein bedeutet, sondern es mag auch bloß ein Zerreißen von Beziehungen zueinander gehörender Elemente im Psychischen und ihre Isolierung bedeuten. Es trennen sich nicht nur die Affekte von den Vorstellungen, sondern die Objektvorstellungen selbst zerfallen in ihre Wort- und Sachvorstellungen. Daß unter dieser zersetzenden Wirkung der Abwehr auch der sprachliche Ausdruck leidet, ist selbstverständlich