You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Freud hat die psychoanalytische Behandlung einmal mit einem Prozeß der Nacherziehung verglichen.2 Dieser sowie die folgenden Abschnitte versuchen, einiges von dem auszuarbeiten, was sich aus dieser Anregung folgern läßt.
Die Psychoanalyse ging von dem bescheidenen Ziel aus, den Versuch zu unternehmen, die Inhalte unbewußter Wünsche und Erinnerungen aufzudecken. Die verdrängenden Kräfte wurden damals größtenteils bloß als Hindernisse angesehen, die sich der Auffindung tiefergelegener Schätze entgegenstellten, die sie verbargen. Der Analytiker mußte diese Hindernisse natürlich genügend verstehen, um über sie hinaus zu diesen verborgenen Wünschen und Erinnerungen zu gelangen; aber Freud schob es auf, den Versuch einer grundlegenden Analyse der Kräfte der Verdrängung zu unternehmen, bis reichliches Material gesammelt worden war, das Licht auf die frühkindliche psychosexuelle Entwicklung und auf das Schicksal warf, das die aus früheren Stufen stammenden Wünsche im Laufe der Ich-Entwicklung erfuhren. In einer Reihe von Arbeiten entwarf Freud sodann ein Schema der Struktur der Persönlichkeit, in welchem er die Erkenntnisse über die Ich-Entwicklung zusammenfaßte, die sich — man könnte sagen — mehr oder minder zufällig im Verlauf des Studiums der verdrängten Kräfte ergeben hatten. Alexander3 versuchte frühzeitig, diese neuen Begriffe von der Struktur der Persönlichkeit praktisch zu verwerten, und meinte, daß es vorteilhaft wäre, die „Gesamt-Persönlichkeit“ zu analysieren, statt das Interesse zu ausschließlich dem Verdrängten zuzuwenden.