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Mit diesem Buch beabsichtigt der Verfasser die Verbreitung einer größeren therapeutischen Hoffnungsfreudigkeit unter den Psychiatern und denen, die es werden wollen. Er will an die Stelle der Resignation „jenen Schwung und jenen Glauben an die Möglichkeiten ärztlicher Einflußnahme“ setzen, „wie sie für jede erfolgreiche Tätigkeit in der gesamten Medizin unerläßlich sind“. An erster Stelle werden die körperlichen Behandlungsmethoden, die Narkose- und die Reiztherapie geschildert, anschließend wird auf „individuelle“ und „kollektive“ Psychotherapie eingegangen. Die Psychoanalyse wird ab einzige Vertreterin der aufdeckenden Psychotherapie und damit als kausale Therapie der Neurose bezeichnet, sie ist deshalb die Behandlungsmethode der Wahl. Unter „kollektiver Psychotherapie“ wird die Arbeits- und Beschäftigungsbehandlung in den Anstalten zusammengefaßt. Bezeichnend für die vorurteilslose Einstellung des Verfassers sind die therapeutischen Hinweise auf die Behandlung der verschiedenen Geisteskrankheiten, z. B. ein Hinweis auf die Aussichten einer vorsichtigen, unterstützenden Psychotherapie der Schizophrenen. Die Prophylaxe der Geisteskrankheiten besteht im wesentlichen in eugenischen Maßnahmen. Die Prognose der individuellen Erkrankung ist abhängig von der konstitutionellen Eigenart des Falles, aber auch von den psychischen Besonderheiten. In einigen Punkten, so bei der Schilderung der spezifischen Behandlung der luischen Erkrankungen und den Entziehungskuren wäre eine bestimmtere Stellungsnahme und eine kurze Darlegung praktischer Einzelheiten wünschenswert.
M. Grotjahn (Topeka, Kansas)