You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Fetisch bedeutet zwar immer, wie Freud gezeigt hat, den „Penis der Frau“. Es gibt aber auch andere Bedeutungen, die typisch scheinen. Männliche Fetischisten pflegen als Fetisch Hohlkörper zu wählen, in die sie Körperteile oder Penissymbole einführen wollen: der Fetisch stellt also auch die Vagina (der Mutter) dar. Ferner ist bei Fetischisten der Drang, das Liebesobjekt allein besitzen zu wollen, besonders stark entwickelt; der Fetisch ist meist ein an sich wertloses Objekt, das erst durch die fetischistische Einschätzung ungeheuer erhoben wird; oft ist sein Geruch die Hauptsache; lauter Eigenschatten, die auf eine anale (Fäzes) Bedeutung des typischen Fetisch hindeuten. Wahrscheinlich stammt diese aus einer Zeit, da Genitalien und Leibesinhalt noch verdichtet waren, und in der die von Melanie Klein hervorgehobenen „Attacken auf den Mutterleibsinhalt“ phantasiert wurden, wobei dieser vom mütterlichen Genitale noch nicht differenziert war. Kleptomanie und Transvestitismus sind mit dem Fetischismus verwandt.
O. Fenichel (Prag)