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Sehr viele Autoren haben schon die Meinung vertreten, daß die psychische Funktion des Zentralnervensystems nicht nur in der Erregtheit von Zentren und in Erregungsleitung zentripetaler, zentrifugaler und interzentraler Art bestehen kann. Namentlich haben Forscher, welche die Ganzheit vor der Einzelleistung hervorheben, implicite bereits ein leitungsloses Zusammenarbeiten vorausgesetzt, so besonders die Feld- und Gestaltpsychologen, auch die Komplexpsychologen, andererseits die Vitalisten, auch Monakow in seiner Syneidesis. Viele sind geradezu als moderne Animisten anzusehen. Mir wurde aber nur ein Forscher bekannt, welcher eine Theorie für das Zusammenarbeiten nicht verbundener Teile auf Grund von Experimenten aufgestellt hat. Es ist Paul Weiss in Chicago. Wenn ich den von ihm eingeführten Terminus „Resonanz“, der schon vorher von Ziehen und von J. v. Kries benützt wurde, nicht verwende, so geschieht es, weil Weiss seine von der Muskelinnervation ausgehenden Schlüsse nicht auf die Hirn-funktion im allgemeinen ausgedehnt hat; und zweitens, weil es mir nicht so sehr auf die Frage des Aufeinandergestimmtseins von Erregungsträgern ankommt als auf das Phänomen des Erweckens aus dem partiellen Schlafe, welchem unser Wachen gleichkommt. Von dem Erwecken früherer Ichzustände geht meine Arbeit aus. Sie schließt sich meinen bisherigen Kongreß-vorträgen zur psychoanalytischen Icherforschung an.
Die heute vorzubringende These wurde in den letzten Sätzen des Vortrages in Luzern bereits vorläufig mitgeteilt und dort auch einem engsten Kreise ausführlich vorgetragen. Da meine Untersuchungen zur Ichpsychologie in den letzten Jahren mehr Beachtung finden, ist wenigstens ein Teil meiner heutigen Zuhörer vorbereitet, meinen Folgerungen Gehör zu schenken. Auch habe ich außerhalb des Rahmens der Ichforschung weitere Argumente für meine These gesucht und gefunden, so daß ich nicht nochmals mit meinen früheren Ergebnissen als Basis der heutigen beginnen muß.
Die von mir vorgebrachte Annahme