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Die Kriegsneurose ist eine psychisch-soziale Mangelkrankheit. Sie ist nicht Zweck-reaktion, sondern das Resultat affektiver Verarmung. Das Heilungsstreben der Kranken ist echt; hinter dem scheinbaren „Nicht-gesund-werden-wollen“ verbarg sich die Ablehnung des Arztes durch den Patienten. Das Auftreten der Kriegsneurose ist von Erziehung und Umwelt abhängig. Zur Vorbeugung und Heilung werden planmäßig Affektpflege der Mannschaften, psychologische Ausbildung der Führer, psychotherapeutisch ausgebildete Sanitätsoffiziere, Aussprachemöglichkeit der Soldaten gefordert.
M. Grotjahn (Topeka, Kansas)