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Die Analyse eines elfjährigen Jungen mit Petit-mal-Anfällen zeigte, welche Folgen die schwere Neurose einer Mutter für den Säugling haben kann. Die Mutter hielt das Kind — im Grunde gegen ihren Willen — in zwangsneurotischer Übergewissenhaftigkeit sieben Monate lang ohne jede Beinahrung an der Brust, obwohl sie zu wenig Milch hatte und das Kind nicht zunahm und Hunger litt. Als das Kind dann an die Flasche gewöhnt wurde, zeigte es von Anfang an die Eigenheit, immer nur wenige Schlucke zu nehmen und dann einzuschlafen. Später weigerte es sich, aktiv zu essen, und ließ sich auch die kleinen Portionen, die es nahm, immer einlöffeln. Diese Gewohnheit, bei der einzelnen Mahlzeit jeweils nur kleinste Portionen zu nehmen, auch wenn es hungrig ist, hat es bis heute beibehalten. Bis zum fünften Lebensjahr näßte und kotete der Junge ein. Er war sehr unordentlich und konnte in keiner Weise mit der Mutter zusammenarbeiten, obwohl er ihre Mißbilligilng sehr fürchtete. Diese Angst steigerte sich dann noch durch „Kastrations“-Erlebnisse. — In der Analyse zeigte er von Anfang an, daß seine Konflikte sich um „Essen“ und „Schutz“ drehten. In seinem Übertragungsverhalten zeigte er die Eigenschaften eines oralen Charakters und suchte Liebe und Aufmerksamkeit zu erpressen. Für die Analyse bedeutungsvoll wurde der Umstand, daß er bei der Analytikerin täglich einen Imbiß bekam, von dem er ebenfalls stets nur kleine Portionen nahm. Mit Hilfe der Analyse von Phantasien von menschenfressenden Hexen wurde klar, daß ihm jede Befriedigung Nahrungszufuhr bedeutete und daß jeder Verzicht ihm lebensbedrohend schien; er fürchtete aber auch, daß er, wenn er ihm angebotene Befriedigung annahm, erst recht enttäuscht werden könnte. Die Petit-mal-Anfälle erwiesen sich eindeutig als ein Ausweichen vor sadistischen, inbesondere oral-sadistischen Erregungen. — In Anlehnung an Kardiner versucht Ribble den Fall wie folgt zu deuten: Als hilfloser Säugling hatte der Patient gegen die ständige Unterernährung nu