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Suizid ist keineswegs immer eine „Selbstbestrafung“, vielmehr häufig ein Mittel, sich selbst an der Ausführung verbotener Akte zu verhindern, sowie ein entstellter Dennoch-Durchbruch
derselben. Vielleicht hat man, meint die Autorin, die destruktive Bedeutung dieser Akte zu hoch eingeschätzt; man dürfe auch die libidinöse nicht übersehen. So könne ein Suizid unbewußte Masturbationsdeutung haben oder die sexuelle Vereinigung mit einem verstorbenen Elternteil anstreben. Solche sexuelle Faktoren wollen Aggression und Todesangst durch Libidinisierung ungefährlicher machen. Die Autorin meint, daß es eine primäre Todesangst gebe; ein primärer Wunsch zu sterben scheint ihr viel problematischer. Der Selbstmord entspreche einem Versuch, vor einer realen oder phantasierten Gefahr zu größerer Sicherheit und zu Glück zu fliehen, einer Intention, sich zu beweisen, daß der Tod nicht so schlimm sei oder in Wahrheit gar nicht existiere. Oft entspreche eine Abneigung weiterzuleben, einer infantilen Abneigung zu essen, weil das Essen unbewußt giftigen Exkrementen gleichgesetzt wurde; in solcher Weise bedeutet der Suizid einen Ausweg aus „unbewußten paranoiden Ängsten“, z. B. wenn ein labiles zwangsneurotisches Gleichgewicht, das nach Auffassung der englischen Kollegen ja ebenfalls dazu dient, paranoide Ängste abzuwehren, zusammengebrochen ist. Die Autorin meint sodann, daß auch Mord „vor allem veranlaßt wird durch paranoide Ängste, und immer die gleichen Mechanismen aufweist wie der Suizid“. Ein Mord sei niemals ein direkter Durchbruch von Triebimpulsen, sondern die Sachlage sei immer durch vielfache Identifizierungen und andere unbewußte Mechanismen kompliziert. Die ermordete Person könne ein Verfolger sein und eine Projektion des eigenen Über-Ichs darstellen; oder sie stelle Teile des eigenen Ichs dar, die durch die Tötung vor den Gefahren der eigenen sadistischen Wünsche gerettet werden sollen (? Ref.), so daß der Mord einer Opferung eigener Körperteile entspreche. Auch Verliebth