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Der Mensch hat biologische Triebwünsche, deren möglichst vollständige, „ideale“ Befriedigung er ab ovo anstrebt; die Erfahrung nötigt ihn dann, Kompromisse zu schließen und bedingtere „Ideale“ an Befriedigung anzustreben. Was man dagegen gewöhnlich „Ideale“ nennt, ist von anderer Art, ist nicht Triebziel, sondern hat „Soll“-Charakter, entspricht introjizierten Außenweltsforderungen. Diese freilich haben keineswegs immer strengen und negativen Charakter, sondern oft auch milden und positiven. Aber auch bei den mildesten Formen sowohl von Geboten als auch von Verboten ist eine Veränderung der Triebwünsche letzten Endes auf Grund von Angst vor den Folgen primitiver Triebbefriedigung ausschlaggebend; denn die „milde“ Erziehung, die mit „Belohnungen“ arbeitet, ist prinzipiell gegenüber der Erfahrung, daß die Außenwelt bei manchen Triebhandlungen Unlust veranlaßt, für die Modifizierung der ursprünglichen Triebwünsche von sekundärer Bedeutung.
In der vorliegenden Arbeit bemüht sich Miß Searl „positive Ideale“, die angeblich ohne Einwirkung von Angst gebildet wurden, von „negativen Idealen“, deren Entstehung auf Angst zurückgeht, ausdrücklich zu unterscheiden. Es scheint aber, daß eine solche