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„Hateful“ bedeutet nicht „gehässig“, sondern „haßerregend“. Die englischen Wörter, die mit „ … ful“ zusammengesetzt sind, verhalten sich diesbezüglich verschieden. Während etwa „beautiful“, “graceful“ die ursprüngliche Bedeutung „full of beauty“, „full of grace“ beibehalten haben, gibt es andere Worte, die im doppelten Sinne gebraucht werden können („mournful“, „doleful“, „sorrowful“; „mournful“ ist sowohl eine Gelegenheit, bei der man traurig wird, als auch ein trauernder Mensch), und wieder andere, bei denen — wie bei „hateful“ — eine irreversible Projektion stattgefunden hat, in dem Sinne, daß nur dasjenige, was den Affekt erregt, als „full“ des Affektes bezeichnet wird: „awful“ „dreadful“, „frightful“, „fearful“. Tatsächlich beziehen sich alle diese Wörter auf Affekte, die man gerne projiziert, weil sie den Unterton von unbewußtem Schuldgefühl haben. Eine Ausnahme scheint das Wort „spiteful“ zu sein, das ohne Projektion „gehässig“ bedeutet. Aber im Gegensatz zu „hate“ tönt beim Wort „spite“ manifest ein Verdammungsurteil mit. Man soll nicht „spite“ haben. Deshalb gebraucht man das Wort auch seltener, um einen eigenen Affekt, häufiger, um den eines anderen zu bezeichnen; so fällt bei „spite“ ein Motiv zur Projektion, nämlich das Schuldgefühl, weg, das bei „hate“ besteht. Eine andere Ausnahme scheint ein Wort mit solcher Projektion, das doch einen lustvollen Affekt meint, „delightful“. Das hängt aber mit der ursprünglich intransitiven Natur des Verbums „delight“ zusammen. Man sagt nicht „I delight that“, sondern „that delights me“; „delightful“ enthält also im Grunde gar keine Projektion, sondern meint, „voll von Freudereizen“ und nicht „voll von Freude“.
O. Fenichel (Prag)