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Zur Einleitung soll Bekanntes wiederholt und eine Anzahl von Grund-tatsachen der allgemeinen Neurosenlehre in knapper Ausdrucksweise zusammengefaßt werden:
Die Neurose ist zunächst ein dem Ich unkenntlicher und vom Ich ungewollter motorischer Durchbruch aufgestauter Erregungsmassen. Die Stauung kann durch vermehrte Zufuhr in der Zeiteinheit verursacht sein (traumatische Neurosen) oder durch verminderte Abfuhr, wenn diese aus Angst vor der Außenwelt oder auf Geheiß des Über-Ichs gehemmt wurde (Psychoneurosen).
Von hier aus ergibt sich eine besondere Beziehung der Neurose zur Angst, die ja nach Freud zunächst ebenfalls eine Art ist, wie erhöhte Bedürfnisspannung erlebt wird, die später allerdings vom Ich, das eine Situation als „gefahrvoll“ beurteilt, „gebändigt“ und benutzt wird.1 Daß die Ausgangssituation für die Neurose überhaupt und für die Angst im speziellen die gleiche ist — nämlich Erregungsstauung bei relativ insuffizientem Abfuhrapparat —, stimmt zu der bedeutungsvollen Rolle, die die Angst in der Neu-rosenpsychologie spielt, und zu dem Umstand, daß angstfreie Neurosen Angst produzieren, wenn sie an der Ausübung der Symptome verhindert werden, so daß man diese als eine Art Abwehr oder sekundäre Weiterver-arbeitung der Angst betrachten kann. Das wird klarer, wenn wir uns nun die Angst im traumatischen Zustand und ihre nachmalige Bändigung durch das Ich, wie sie Freud in „Hemmung, Symptom und Angst“ gezeichnet hat, noch einmal vor Augen führen.