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Freud hat in seinem Aufsatz „Fetischismus“1 darauf hingewiesen, daß der Fetisch in der Regel einen Penisersatz bedeutet. In dieser Mitteilung möchte ich zwei weitere Bedeutungen des Fetisch beschreiben, welche in einem von mir analysierten Falle klar zutage traten und von welchen ich nach Durchsicht der Literatur vermute, daß sie bei fast allen Fällen eine wesentliche Rolle spielen werden.
Sicher gibt es sehr viele Leute, für deren Liebeswahl die eine oder die andere Eigenschaft des Liebesobjekts von hoher Bedeutung ist, manchmal sogar eine conditio sine qua non darstellt. Diese Leute sind nicht ganz frei, also nicht völlig gesund — aber eigentlich noch nicht pervers. Fetischist im eigentlichen Sinne könnte nur derjenige genannt werden, der keinen Sexualpartner mehr, nur den Fetisch braucht und dessen sexuelle Tätigkeit nicht den Akt als Ziel vor sich setzt.
Diese Leute sind — wie allgemein bekannt — mit ganz wenigen Ausnahmen Männer. Die Handlungen, welche für sie die Befriedigung herbeiführen, bestehen fast immer darin, daß sie den Fetisch anziehen oder einen Körperteil in den Fetisch hineinstecken. Sehr viele Fetische sind auch von Natur aus hohl oder werden in der perversen Handlung als Behälter gebraucht: so Schuhe, Korsetts, überhaupt Kleidungsstücke und Wäsche, vor allem Unterhosen, dann Pelzwaren, Taschentücher und — z. B. in einem merkwürdigen, mündlich mitgeteilten Fall von Pfeifer — der hohle Teil von einem Kunstbein. Die Vagina-, bezw. Mutterleibsbedeutung dieser Objekte liegt ebenso auf der Hand wie die Penisbedeutung des verwendeten eigenen Körpers, bezw. Körperteils. Die Fetischisten wären demnach Männer, welche den Koitus nur symbolisch — durch zwei parallele Verschiebungen entstellt — zu vollziehen wagen. Dies wurde in dem von mir analysierten Falle leicht zugegeben. Schwieriger war es, bewußt zu machen, daß der verwendete Körperteil auch den Penis des Vaters darstellte, dem das Koitieren erlaubt ist, und vielleicht zutiefst den Patienten selbst, und