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In 34 Kapiteln wohlgeordnet, marschiert das Heer der Schwachsinnigen auf, eine ungeheuere Fülle von Einzelfällen umfassend. Den endogenen Entwicklungsstörungen (Mangel größerer Hirnteile, Entartungsformen, Sklerosen, Oligophrenien) werden die exogenen Entwicklungsstörungen gegenübergestellt (meningitisch-syphilitisch, endokrin, traumatisch bedingter Schwachsinn). Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses gibt die Handhabe zur eugenischen Bekämpfung, eine merkliche Verminderung der Zahl dieser Ballastmenschen wird bereits für das Jahr 1950 erwartet. Der Schwachsinn ist die einzige im Gesetz vorgesehene Krankheit, bei der der Nachweis der Erbbedingtheit nicht erforderlich ist, sondern wo lediglich die angeborene Natur nachgewiesen werden muß. Der klinische Teil des Buches ist ausgezeichnet, das Kapitel über psychische Symptome beschränkt sich auf leistungspsychologische Schilderungen und Feststellungen. Das ungeheuer interessante Kapitel über die Persönlichkeitsentwicklung der Schwachsinnigen ist wieder einmal nicht geschrieben. Jeder, der mit heranwachsenden Schwachsinnigen zu tun gehabt hat, wird erlebt haben, wieviel diese Menschen von sich selbst wissen — sogar von der Tatsache ihres Schwachsinnes — und wie ungewöhnlich ihre Reaktionsbildungen und Über-Ich-Bildungen oft sind.
M. Grotjahn (Topeka, Kansas)