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Eine 25jährige, sehr negativistische Patientin mit katatonen Symptomen, die lange Zeiten hindurch völlig geschwiegen, die Nahrungsaufnahme verweigert und Suizidversuche gemacht hatte, konnte in einer zwei Jahre langen Behandlung weitgehend gebessert werden, so daß sie wieder sozial angepaßt wurde. Die Behandlung war eine von der klassischen Technik abweichende, auf alle Eigenheiten der Patientin liebevoll eingehende, auch planmäßige Milieuänderungen (inklusive einer Analyse der Schwester der Patientin) und andere aktive Eingriffe (etwa Lesenlassen von Liebesgedichten bei bestehender extremer Sexualablehnung) mitbenutzende Psychoanalyse; sie machte oft von tiefen Deutungen der Inhalte der unbewußten Konflikte der Patientin — vor allem einer Sexualangst aus sadistisch perzipierten Urszenenerlebnissen, die der Patientin das Fühlen überhaupt verboten hatte — Gebrauch. Deutlich wird in dieser Krankengeschichte besonders die Rolle des Verschwindens und Wiederkommens der Affektivität für alle seelischen Funktionen.
O. Fenichel (Prag)