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M. D. u. H.! Ich hoffe, Sie werden es mir nicht allzu streng verweisen, wenn ich Ihnen heute über einen Problemkreis berichte, der von den gewohnten Problemen der Psychoanalyse etwas abseits zu liegen scheint und überdies noch keineswegs ausgearbeitet ist. Es handelt sich um Beobachtungen und Gedanken — die ersteren sicher richtig, die letzteren zumindest problematisch —, die sich mir im Laufe des verflossenen Halbjahres aufgedrängt haben. Den Anlaß dazu bildeten die Versuche zur Insulintherapie der Schizophrenen nach Sakel, die ich mit meinen Mitarbeitern an der Warschauer Klinik (Leitung Prof. Jan Mazurkiewicz) eingeleitet und durchgeführt habe. Es ist hier nicht der Ort, auf den Wert der Therapie im allgemeinen näher einzugehen.
Diese Versuche, die wir übrigens unter Abänderung der Methodik alsbald auch auf endogene Depressionen ausdehnten, ergaben vielverheißende Einblicke in den Aufbau der schizophrenen Symptomatik sowie in die Dynamik der Heilungsmechanismen, die im Laufe der Behandlung zahlreich auf den Schauplatz treten. Der Kampf dieser Tendenzen mit den pathologischen Bildungskräften konnte in seiner Wucht und Dramatik wohl noch niemals so klar gesehen werden.
Diese Beobachtungen und Überlegungen führten mich zu Versuchen, die Hypoglykämie mit psychoanalytischen Maßnahmen zu verbinden und zu kombinieren.
Die ersten, für uns grundlegenden Beobachtungen sind folgende: Wir sehen, daß im Zustand der Hypoglykämie die Fähigkeit der Kranken zur Übertragung zusehends zunimmt. Dies geht so weit, daß Kranke, die vorher ablehnend, negativistisch, ja sogar aggressiv waren, in vollen affektiven Kontakt mit dem Arzt treten. In den Anfangsstadien der Behandlung ist dieser Kontakt von kurzer Dauer und man kann beobachten — was zunächst einen recht eigentümlichen Eindruck macht —, wie der Kranke sofort nach Genuß der Mahlzeit (Kohlehydrate) wieder in seine ablehnende Haltung verfällt.
Wir können schon jetzt vermuten, daß ein wichtiger Faktor in der starken Dämpfung, Stillegung