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In der psychoanalytischen wie in jeder anderen wissenschaftlichen Forschungsarbeit gibt es eine Reihe von Problemen, deren Lösungsmöglichkeit jeweils eintritt, wenn das vorhergehende erledigt oder zumindest beleuchtet wurde. Der Anschein einer fast geheimnisvollen Simultaneität der Problembewältigungsversuche in voneinander weit entfernten Ländern ergibt sich dadurch — obschon es eigentlich selbstverständlich ist, da man, um ein Problem in Angriff zu nehmen, erst jene Verbindungen erarbeitet und erfaßt haben muß, die es erlauben, das Problem überhaupt als solches zu sehen. So war es notwendig, sich längere Zeit mit der Analyse des Kindes zu beschäftigen, um zu erfassen, daß diese in eine umfassendere Fragestellung einmündet, in die Frage der Gegebenheiten der Familie des zu analysierenden Kindes. Mengengemäß haben sich in den letzten Jahren analytische Daten dieser Natur soweit gehäuft, daß wir uns nicht weiter zu wundern brauchen, wenn zum beinahe gleichen Zeitpunkte, obschon räumlich getrennt, ein Kongreß der Analytiker französischer Sprache (Congrès des Psychanalistes de Langue Française) am 10. April 1936 in Nyon am Genfer See die Frage der Familienneurose zur Bearbeitung auf die Tagesordnung setzte und wenige Wochen später Aichhorn in Wien, im Rahmen einer größeren, der Technik der Erziehungsberatung gewidmeten Arbeit Grundsätzliches über den Libidohaushalt der Familie als Faktor bei der Behandlung schwer erziehbarer, verwahrloster und neurotischer Kinder mitteilte.
Die Verschiedenheit der Ausgangspunkte, der Arbeitsmethoden und der Ziele macht wohl selbstverständlich, daß sehr wesentliche Unterschiede in der Art bestehen, in welcher von diesen zwei Seiten an das Problem herangegangen wird, und wir wollen daher eine oder die andere Überlegung, ein oder das andere, Beispiel aus der Arbeit von Aichhorn zum Vergleich heranziehen. Wie bei französischen Kongressen üblich, halten zwei Referenten an zwei aufeinanderfolgenden Tagen je einen ausführlichen Vortrag über da