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Groddeck war der erste, der in seiner Schrift „Psychische Bedingtheit und psychoanalytische Behandlung organischer Leiden“ () für eine akute Angina seelische Anlässe anzunehmen wagte. Erst Victor v. Weizsäcker hat in dieser Zeitschrift () die berechtigte Forderung nach Beweisen solcher Zusammenhänge für Anginen an einer im Verlauf einer Psychoanalyse auf getretenen Angina zu erfüllen versucht. Weizsäcker bemerkt dort warnend, „wie unstatthaft die ‘analytische’ Betrachtung nicht analysierter Fälle wäre“.
Der von Bilz dargestellte Fall ist erst mehrere Jahre nach bloßer oberflächlicher Beobachtung, unter Heranziehung der in jener Angina-Woche geträumten Träume, bearbeitet. Als seine eigentliche Entdeckung sieht B. die Tatsache an, daß in zeitlicher Koinzidenz mit einer Verlobung oder Eheschließung und dem damit verbundenen Generationsproblem die Mandelentzündung auftritt, was er auch in anderen Krankengeschichten bestätigt finde. Beweisbar freilich seien diese Dinge nicht, ihm erscheint wichtiger als alle Deutung die Problemstellung. Festhalten will er jedoch an der Behauptung, daß es Couvade-Krankheiten (diesen Begriff in einem sehr weiten Sinn genommen) gibt: Generationskrankheiten des Mannes und der Frau. Z. B. handelt es sich bei der „Couvade-Angina“ um die merkwürdige Tatsache, daß eine Frau gebiert, während zu gleicher Zeit ein Mann an einer Halsentzündung erkrankt. Außer dem Ehemann erkranken solche Menschen, die durch eine Eheschließung erst verwandt werden wollen. Junggesellen geraten, wenn sie sich verloben, mit ihren Tonsillen in das pathogene Kraftfeld einer Geburt. In dem hier näher berichteten Fall wird die Männerkindbett-Angina schon vor der Verlobung erlebt, anachronistisch.
Die Beobachtung des hier berichteten Falles, deren Technik als „synoptisches Studium“ seiner Angina bezeichnet wird, ist so absolut ungenügend, daß Ref. darüber sehr befriedigt ist, daß sie sich nicht auf die Psychoanalyse beruft.
Von der Persönlichkeit des Mannes, der anläßlich einer