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J. F. Brown versucht in diesem Buch, das aus der Niederschrift von Vorlesungen der letzten Jahre an der Universität Kansas entstanden ist, eine systematische Grundlage sozialer Psychologie zu geben. Er basiert diesen wirklich gelungenen Versuch auf einer Vereinigung von Gestalttheorie und Psychoanalyse mit Soziologie, die er in systematischer Weise auf das Gebiet sozialer Psychologie anwendet. Damit ist eine wesentliche Lücke ausgefüllt, die ein Kenner der sozialen Hygiene niemals übersehen oder geleugnet hat und die auch von psychoanalytischer Seite bisher noch nicht überbrückt worden war.
Soziale Psychologie ist die Wissenschaft vom Grund, Wesen und Sinn des individuellen Verhaltens in Hinsicht auf die Gemeinschaft. Die gegenwärtige Krisis von Weltwirtschaft und Kultur wiederlegt nur scheinbar die Auffassung vom automatischen Fortschritt der Menschheit. Versagen der technischen Wissenschaft ist sicherlich nicht der Grund dieser Krisis, sondern Mangel an Wissen und Anwendung sozialer Psychologie. Die Grund-tatsachen einer sozialen Psychologie müssen aus den Gebieten der Anthropologie, der Soziologie und einer biologisch fundierten Psychologie des Unbewußten und der Masse entnommen werden; das heißt, nur die Psychoanalyse kann diesen Voraussetzungen entsprechen. Die Vereinigung dieser Wissenschaften ist allein möglich in der Sprache und den Begriffen der Feldtheorie. Klassentheoretische, aristotelische Naturwissenschaft, begründet auf atomistischc mechanistische Philosophie benutzt eine phänomenologische Sprache. Feldtheoretische Wissenschaft gründet sich auf eine Gestalttheorie der Biologie, versucht hypothetisch-deduktiv zu verfahren und drückt ihre Ergebnisse in der „physikalischen“ Sprache aus. Dem methodologischen Teil folgt ein soziologischer Abschnitt, in dem der dynamische Wechsel der jeweiligen Feldstruktur besprochen wird. Religion, Rasse, Staat, Depression, Krieg werden feldpsychologisch definiert, wobei die folgerichtige und einwandfreie Verwendung psycho