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Das Erscheinen dieses Buches ist ein Beweis für das zunehmende Interesse für die Psychiatrie unter den katholischen Priestern, und in dieser Auffassung könnte man es mit Freude begrüßen, wenn nicht sein Inhalt sehr enttäuschte. Zunächst ist es doch nicht möglich, einem Nichte-Psychiater einen auch nur einigermaßen genügenden Einblick in die Psychiatrie und Psychopathologie oder eine brauchbare Kenntnis dieser Materien in einer sehr schematischen Übersicht zu vermitteln, wie dieses Buch sie bringt oder vielleicht bringen muß. Besonders kommt dies bei der Besprechung der Psychoanalyse zum Ausdruck. Man bekommt den Eindruck, daß hier zwar ein ernster Versuch gemacht worden ist, die Psychoanalyse kennen und schätzen zu lernen; aber dieser Versuch ist doch wohl völlig mißlungen. Die psychoanalytischen Auffassungen werden sehr mangelhaft und oft ganz falsch wiedergegeben. Der Verfasser schätzt wohl etwas Gutes in ihnen, aber gibt doch nicht an, wie weit sich dies denn erstreckt. Und im Wesen werden doch die psychoanalytischen Ansichten verworfen, namentlich dort, wo dies nicht expressis verbis gesagt wird. Außerdem glaube ich, daß auch der streng orthodoxe Katholizismus den Standpunkt, der in diesem Buche gegenüber dem psychischen Leben eingenommen wird, als übertrieben supernaturalistisch betrachten dürfte.
H. van der Sterren (Nijmegen, Holland)