You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die cartesische Psychologie ist Ausgangspunkt und wesentlicher Bestandteil jeder modernen Psychologie; ihre Darstellung und Kritik in der hier vorliegenden eingehenden Art ist somit gleichzeitig eine Auseinandersetzung und Kritik der fundamentalen Voraussetzungen der traditionellen Psychologie. Dem Gegenstand cartesischer Psychologie, nämlich der isolierten Betrachtung der Empfindung, wird eine gemeinsame Betrachtung von Empfinden und Sichbewegen entgegengesetzt, nach der das Empfinden aufgefaßt wird als Kommunikationsweise mit der Welt. Daraus folgt eine Auseinandersetzung mit dem üblichen Atomismus des Zeitbegriffes, der seine Fortsetzung in der Lehre der „objektiven“ Psychologie und seine späte Erfüllung in Pawlows Ansichten von den bedingten Reflexen findet. Trotz der im psychologischen Sinne unbestreitbaren Exaktheit der Pawlowschen Versuche fußt die ganze Forschungsrichtung der objektiven Psychologie auf bestimmten hypothetischen Voraussetzungen, und ungeachtet des Widerspruches von Pawlow bleibt sie an bestimmte metaphysische Deutungen und Spekulationen über menschliches und tierisches Dasein gebunden. Die folgerichtige Durchführung der Pawlowschen Hypothesen führt zu einer immer mehr mechanistischen Auffassung und zu Konstruktionen von den bedingten Orientierungsreflexen, Spurenreflexen und deren Generalisierung und Differenzierung. Aus der Physik und Technik übernommene Bezeichnungen wie Reiz, Versuch und Reflex, die Verwechslung von Kausalität und Intentionalität, die Ausmerzung des Phänomenalen werden als Fehlerquellen der Pawlowschen physiologischen Psychologie aufgedeckt und ihnen eine phänomenologische Studie über Begriff und Analyse des „Signals“ entgegengesetzt. Der physiologische Reiz ist psychologisch gesehen ein Signal, das mittlere Glied einer dreigliedrigen Situation. Es kündigt den Übergang von der Indifferenz zur Bedeutsamkeit an. Der entscheidende Irrtum Pawlows ist die Meinung, es könne grundsätzlich das Verhalten zur Welt als Vorgang im Org