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Der Verf. faßt eine Reihe verschiedener klinischer Bilder, wie Zwangsneurosen, Neurasthenien, Tics, Hysterien, besonders aber hypochondrische Bilder, unter dem Namen „Unheilbarkeitsneurosen“ zusammen, worunter er Fälle versteht, die von Arzt zu Arzt gehen oder geschoben werden, die aber immer wieder ungeheilt abgehen, den aufgegebenen Arzt nachher kritisieren, ihm weitere Verschlechterung ihres Leidens in die Schuhe schieben, ihn als Betrüger bezeichnen. Das Ressentiment gegen die Ärzte, nicht eine „negative Übertragung“ gegen einen Psychotherapeuten sei charakteristisch; eine eigenartige haßerfüllte Bindung an die Ärzte liege zugrunde. Die Psychogenic dieser Einstellung nun beruhe in allen Fällen auf einer tatsächlich stattgehabten Behinderung oder Untere bindung ihrer manchmal normalen, manchmal perversen Sexualität durch Eingreifen der Ärzte. Das Ressentiment, bezw. der ständige „Rachefeldzug“ gegen die Ärzte trete in diesen Fällen ganz oder teilweise an Stelle der unterbundenen Sexualbefriedigung, was seine tiefe affektive Verankerung erkläre.
Eine komplette Analyse könne bei solchen Kranken gar nicht Zustandekommen, aber der Autor habe doch mit der Methode der psychoanalytisch gefärbten Konversation jahrelang und länger (wenn auch mit Pausen) behandelt. Der erfahrene Autor bezeichnet die kurze Arbeit nur als eine Anregung, diesen Fällen eine erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden.
Referent vermutet, daß in solchen Fällen der erste Arzt die technische Führung und Deutung der Übertragung verfehlt hat, zumal wenn die Behandlungsmethode nicht eine regelrechte Analyse gewesen ist. Doch gibt es auch Triebquantitäten und Komplex-Intensitäten, welche lange Zeit unüberwindbar scheinen und es — nicht nur — in einer vorzeitig abgebrochenen Analyse auch bleiben. Wie vorsichtig die Erteilung eines Sexual-verbotes geschehen muß, lehrt die Technik der Analyse seit jeher.
E. Hitschmann (Wien)