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Die große Bedeutung, die in indianischen Kulturkreisen dem Traumleben beigemessen wird, war schon verschiedentlich Gegenstand psychoanalytischer Untersuchungen.1 Die Autorinnen bereichern dieses Material durch ausführliche Unterredungen mit einem „Traumdoktor“ des kalifornischen Diegueno-Stammes.
Aus seinen Berichten geht hervor, daß dort bestimmte Träume, nämlich Inzest- und Geisterträume, nicht etwa mit magischen Zeremonien, sondern mit einer Art Traumanalyse
durch den Traumdoktor, den man konsultiert, beantwortet werden, der psychische und physische Heilmaßnahmen folgen. Der Traumdoktor wird in seinen Beruf unter bestimmten Zeremonien, in denen der Gebrauch des Pharmakons Toloache die Hauptrolle spielt, eingeführt, die Träume, die er während dieser Zeit hat, entscheiden über seinen Namen, seinen Schutzgeist, seine besonderen Fähigkeiten und Heilmethoden. Der Traumdoktor teilte alle Träume ein in „sinnlose“, die nicht gedeutet zu werden brauchen und die bei Frauen und Kindern vorkommen, „normale Träume“, die von jedermann gedeutet werden können, und „bedeutungsvolle Träume“, die ihn angehen. Da sind zunächst die „Geisterträume“, Träume von geistig Gestörten, den sogenannten Kimilue und Echul, vermutlich Hysterikern, die der Traumdoktor durch aufrichtige Aussprachen, denen meist der Rat zur Heirat folgt, heilt. Sodann Inzestträume, die sehr gefürchtet sind, weil man annimmt, daß jemand, der solches träumt, es auch in Wirklichkeit tun könnte; auch da hilft Aussprache und Heiratsrat oder Milieuwechsel; bei der Aussprache hilft die angebliche Allwissenheit des Medizinmannes, es erleichtert die Aufrichtigkeit, wenn der Patient glaubt, der Doktor wisse ohnedies schon alles, was er erzählen wird. „Bedeutungsvoll“ sind ferner Träume von Zwillingen, von Leuten, die mit der „Glückshaube“