You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die psychoanalytische Schizophrenieforschung hat die psychomotorischen Erscheinungen, besonders die katatonen, bisher noch wenig untersucht. Nach Referat der theoretischen Gedankengänge, mit deren Hilfe die Psychoanalyse die schizophrenen Mechanismen zu verstehen sucht, wendet sich die Autorin hauptsächlich diesen Fragen zu. Während bei den paranoiden Erkrankungen die der Regression zum Narzißmus folgenden Restitutionsversuche im Vordergrunde stehen, was einem stärkeren Widerstand des Ichs entspreche, das sich seiner Auflösung widersetze, habe bei katatonen Erkrankungen ein chaotisches Gemenge von organlibidinösen Bestrebungen den Platz einer zusammenhängenden Ich-Organisation eingenommen. Aber auch in der Katatonie könne immer noch eine bestimmte Tendenz zur Vereinheitlichung beobachtet werden. Wenn die höheren Regulatoren der Integration vernichtet sind, treten Regulatoren einer niederen Stufe in Funktion, und die archaischen psychomotorischen Mechanismen üben eine viel starrere Kontrolle aus als das gesunde Ich. Der Wegfall der sonst vom Ich ausgehenden Hernmungen führe ebensowenig zu ungehemmter Motorik, wie der Wegfall zerebraler Hernmungen zu einem ungehemmten Bewegungssturm der willkürlichen Muskulatur; wie in diesem Falle die Unsumme von Reizen, die die spastisch innervierte Muskulatur trifft, zur Lähmung führt, so entstehe auch bei der Katatonie eine Lähmung der Persönlichkeit. Die vom Ich nicht mehr kontrollierten Automatismen sind — im Gegensatz zu den vbw Automatismen des Normalen — bewußtseinsunfähig und werden daher von den noch vorhandenen Ich-Resten als völlig ichfremd, etwa als „von außen gemacht“, empfunden, das bewußte Ich, das zwischen Impuls und Hemmung unterscheiden konnte, ist ersetzt durch ein starres Gleichgewicht der Kräfte von Impuls und Hemmung, die sich die Waage halten. Die katatonen Arten der Reaktion auf Objekte hält die Autorin — in Analogie zu der von Bernfeld beschriebenen „Faszination der Säuglinge“ — für Ich-Regressionen zu einer