You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die von Freud in „Hemmung, Symptom und Angst”2 inaugurierte Lehre von den Abwehrmechanismen hat im Buch von Anna Freud3 eine Erweiterung und Klärung gefunden. Dieses Buch wird sicher eine Anregung zur Fortsetzung der Forschungen in dieser Richtung geben.
Der Analytiker hat während der Behandlung Gelegenheit, die Abwehrmechanismen in ihrer reinsten Form zu studieren. Er findet sie hier auf der Seite der Widerstände, d. h. in der Funktion, die durch die Analyse mobilisierten seelischen Tendenzen abzuwehren oder abzuschwächen. Gegenüber jenen Abwehrmechanismen, die gut funktionieren und dem Ich positive Dienste leisten, hat die psychoanalytische Behandlung nur eine Aufgabe, nämlich sie zu verstärken, soweit sie eben nicht als Widerstand gegen verdrängte, dem Ich wichtige Inhalte fungieren.
Es ist uns allen selbstverständlich, daß dieser während der Analyse als „Gegenbesetzung” auftretende Widerstand für jede Neurosenform, für jede analytische Situation einen bestimmten Charakter haben wird. Und doch erscheint es mir als lohnend, in der Fülle der „Selbstverständlichkeiten” gewisse Ordnungen und Gruppierungen vorzunehmen.
Es stellt sich nun heraus, daß es doch nicht ganz klar ist, warum bei einzelnen Individuen diese, bei anderen aber eine andere Form der Abwehr im Vordergrund steht, und, trotz gleichzeitigem Bestehen auch anderer Abwehrtendenzen, dennoch die analytische Situation vorwiegend beherrscht. Ich habe mich vor allem bemüht, die typischen Widerstandsformen — entsprechend den drei Hauptfaktoren, die im wesentlichen die analytische Technik ausmachen — in drei Gruppen zu ordnen und jede von ihnen in typisierende Untergruppen einzuteilen und diese dann in bezug auf ihre Abkunft zu untersuchen.