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Gelegentlich eines Landaufenthalts machte Professor Berguer aus Genf die Bekanntschaft eines Bäckereiarbeiters, Herrn Quartier, mit dem er enge Freundschaft schloß, die über dreißig Jahre dauerte. Unter der äußeren Erscheinung eines sehr einfachen und bescheidenen Menschen verbarg sich eine starke religiöse Individualität, ein wahrer protestantischer Mystiker, den Berguer zu Recht mit Fräulein Vé vergleicht, deren Fall vor einiger Zeit von Theodor Flournoy behandelt wurde.1
Quartier, der, wie er sich seloer ausdrückte, von einer „Schreibmanie” besessen war, hinterließ ein umfassendes intimes Tagebuch in Form einer Reihe von Heften. Berguer sagt, daß „der allgemeine Ton dieser Hefte nichts Bekanntem ähnelt. Man findet da hintereinander Meditationen, Ermahnungen und Bekenntnisse, die an psychologische Beschreibungen grenzen. Wenn ich sie mit irgendeiner Schrift vergleichen sollte, so wüßte ich nichts, was ihnen verwandter wäre als einige Absätze aus der Selbstbiographie der heiligen Theresa, wo sie den Bericht unterbricht, um sich in lange Erörterungen über diesen oder jenen Seelenzustand zu stürzen, und die häufig mit Gebeten oder Beschwörungen von Gort oder Jesus Christus enden.”
Wir wollen noch hinzufügen, daß Quartier, der in einem sehr einfachen und wenig gebildeten Milieu aufwuchs, nichts von der modernen Psychologie wußte; ihm war auch die Tradition der Mystik unbekannt. Seine geringen Mittel und sein Handwerk, das er mitten unter den anderen Arbeitern auszuüben hatte, würden ihm übrigens auch nicht erlaubt haben, sich eine höhere geistige Bildung anzueignen, selbst wenn er es gewollt hätte; darin unterscheidet sich sein Fall deutlich von Fräulein Vé.
Nach Mitteilung der historischen Daten und Wiedergabe zahlreicher Auszüge des von Quartier hinterlassenen Tagebuchs, in verschiedene Kapitel eingeteilt, untersucht der Autor seinen Mystizismus. Er zeigt, daß man es mit einer vorwiegend protestantischen Persönlichkeit zu tun hat; das heißt, daß Quartier weder in einem