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Seit früher Jugend an physiognomischen Fragen interessiert, hat der Verf. in fünfzig Jahren als Arzt und Leiter der Münchner Orthopädischen Klinik gesammelte Erfahrung in den Dienst seiner Studien gestellt. Das Buch ist in Wort und Bild lebendig und überall in erfreulichem Sinn auf Erfahrung gegründet. Die anatomischen Fragen sind mit großer Klarheit abgehandelt und das Zustandekommen einzelner mimischer Konstellationen ist deutlicher gemacht als in irgend einem der ähnlichen Bücher, die mir bekannt sind.
Von jeder Seite des psychologischen Interesses her führt ein Weg zu Problemen der Mimik — auch von der Psychoanalyse her: man darf daran erinnern, wie Abraham das typische Gesicht der vorwiegend analen Menschen geschildert hat — und allen denen, die eine erste Orientierung suchen, wird dieses Buch in praktischem Gebrauch gute Dienste leisten.
Man darf freilich nicht erwarten, daß Lange alle Fragen, die der Titel ankündigt, aufgreift: die „Sprache des menschlichen Antlitzes” wird vielmehr recht einseitig manmöchte sagen rein grammatisch betrachtet; damit ist gemeint, daß das Zustandekommen und die Abwandlung der einzelnen mimischen Aktion geprüft wird — während alle syntaktischen Fragen dieser universellsten aller Sprachen unberührt bleiben Der „Syntax” des mimischen Sprachgeschehens aber dürfte man jene Fragen zurechnen, die sich auf die zentrale Steuerung der mimischen Impulse beziehen oder, wenn wir eine Formulierung wählen, die zugleich eine psychoanalytische Fragestellung enthält, auf den Anteil des Ichs an mimischen Vorgängen.
E. K.