You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Es ist eine gründlich angelegte Arbeit über die Zwangszustände, auch bei endogenen Depressionen, Schizophrenie und organischen Krankheiten, aus der Universitätsklinik in Basel.
Da das Bemühen des Autors es leider versäumt hat, die Erfahrungstatsachen und Gesetzmäßigkeiten, welche von der Psychoanalyse erbracht sind, als Voraussetzung zu nehmen, bringt es Komplizierung anstatt Klarheit. Hätte er die analsadistische Triebanlage, das Strafbedürfnis und die Analogien mit dem Denken der Primitiven herangezogen, so wäre es ihm erspart geblieben, einen Beharrungstrieb ins Treffen führen zu müssen. Kaum verständlich heißt es dort: „Der Störungsmechanismus des Zwanges ist eine höhere Funktion, die das habituelle Bedürfnis nach möglichst gleichbleibender und andauernder Weiterführung ihrer bisherigen Betätigungsweise (im Sinne des dauernden Fortspinnens in gleicher Richtung oder der ständigen Wiederholung) in sich trägt. Deshalb zieht diese Funktion ein spezifisches Beharrungsstreben, eine bestimmte Modifikation des vitalen Beharrungstriebes auf sich, wofür eine anlagemäßige Desintegrationsneigung des Beharrungstriebes oft eine ‚Konstitution als Entgegenkommen’ darbietet.”
Die psychoanalytische Literatur zur Zwangsneurose ist vollständig zu finden in Fenichels Buch „Hysterien und Zwangsneurosen” (Int. Psa. Verlag, Wien, ), wo allerdings statt der einen von Binder herangezogenen Arbeit Freuds aus dem Jahre 1908 deren achtzehn aufgezählt sind.
Man fragt sich, wozu eine wissenschaftliche Literatur überhaupt existiert, wenn sie nicht etwa widerlegt, sondern nicht zitiert, einfach ignoriert wird.
E. Hitschmann (London)