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Kraepelin war nicht der Ansicht, daß er mit den Begriffen des manisch-depres siven Irreseins und der Schizophrenie alle psychiatrischen Krankheitsbilder erfaßt hatte, und es war nicht in seinem Sinne, daß das Motilitatssyndrom ebenso wie das Verwirrt heitssyndrom ganz im Topf der Schizophrenie verschwanden. Verwirrtheiten und Motilitätspsychosen stehen durch ihre zyklische Verlaufsform, ihre Symptomatologie und ihre Erbbedingungen den manisch-depressiven Psychosen nahe. Das Achsen symptom der Motilitätspsychose ist die motorische Erregung, häufig in Form von Aus drucksbewegungen ohne einen entsprechenden tiefen Affekt. Die Hyperkinese ist oft durch akinetische Zustände unterbrochen. Dem ständigen Wechsel der Ausdrucksform entspricht ein ständiger Wechsel des Affektes und eine schwere Denkstörung im Sinne der Inkohärenz. Gesteigerte Ich bezüglichkeit, Personenverkennungen, Wahnideen lassen sich nachweisen. Die Dauer der Erkrankung ist kurz, die überwiegende Mehrzahl der Kranken sind Frauen. Das Achsensyndrom der Verwirrtheit ist die gedankliche Ver worrenheit, es besteht eine „Kombinationserschwerung”, die Aktualisierung des Wissens komplexes ist unmöglich. Halluzinationen sind besonders im Abklingen der Verwirrtheit nachzuweisen. Auch bei diesem Syndrom sind Frauen ungleich häufiger vertreten als Männer, die Dauer der Erkrankung ist verhältnismäßig kurz, das Erkrankungsalter ist etwas höher als bei den Motilitätspsychosen, aber die Bevorzugung des Alters zwischen 16 und 20 Jahren bleibt deutlich. Erblichkeit spielt bei beiden Syndromen eine Rolle, allerdings nicht im selben Ausmaß wie bei den manisch-depressiven Psychosen. Die genaue Analyse der Bewegungsstörung und der Denkstörung, das Fehlen katatoner Symptome, die bei jahrelanger Beobachtung fehlende Defektbildung grenzen beide Syndrome von der Schizophrenie ab. Eine generell schlechte Erbprognose kann nicht gestellt werden. Das Sterilisierungsgesetz verlangt eine klare Diagnosenstellung, die nicht möglich ist, s