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Um die Motive einer Tat zu verstehen, bedarf es einerseits der Erforschung der „Tatzeitpersönlichkeit”, anderseits der Einordnung der Tat in die Lebensgeschichte des Täters. Der Verfasser hat 50 Diebe und Einbrecher psychologisch untersucht und es wird die Methode der „freien Beschreibung”, der Entwicklungsschilderung bevorzugt. Eine statistische Auswertung des Materials wird abgelehnt, kehrt aber, wohl ohne vom Verfasser erkannt zu werden, immer wieder und psychologische Ergebnisse werden in Tabellen und Zahlen zusammengefaßt. Die Ergebnisse liefern wenig Neues; das „pathologische Erbe” kommt häufig vor, daß heißt in einigen Fällen konnten Verbrecher- oder Trinkertum bei den Eltern nachgewiesen werden. „Durchschlagskräftige Anlagetenden-zen und charaktergestaltende Einflüsse des Dauermilieus” werden unterschieden. Die Analyse „der Tatzeitpersönlichkeit” führt weniger zum Verständnis der tiefenpsychologischen und unbewußten Zusammenhänge, die überhaupt nicht gesehen werden, als vielmehr zu einer der üblichen Typenaufstellungen: charakterogene Fälle, Zufallsver brecher, prozeßkriminelle Fälle.
M. Grotjahn (Chicago)