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Die Kraepelinsche Einteilung der Schizophrenien glaubt der Verf. verwerfen zu können und gibt dafür eine neue Einteilung, die der Kraepelinschen außerordentlich ähnlich sieht, nur daß sie den drei einfachen großen Gruppen, die Kraepelin unterschied, 14 neue Untergruppen hinzufügt. Diese Unterteilung wiederum erinnert außerordentlich an die Kleistsche Einteilung; sie sei hier wiedergegeben, weil sie so ungemein charakteristisch für eine längst totgeglaubte Psychiatrie ist, die im Klassifizieren ihre Aufgabe sucht. Die paranoiden Defektschizophrenien werden eingeteilt in Phantasiophrenie, hypochondrische und verbale Defekthalluzinose, expansives Defektparanoid, inkohärente und autistische Defektschizophrenie. Läppische und Verschrobene sind die Typen der Defekthebephrenie, während die Defektkatatonien sich zusammensetzen aus den sprachträgen und sprachbereiten, negativistischen und prosektischen, starren und faxenhaften Formen. Von 440 Kranken paßten 90 nicht in dieses Schema und sie wurden zusammengefaßt in die Gruppe der „Defektschizophrenien nichtsystematischer Art mit besonderer Symptomatologie, besonderem Verlaufstyp und besonderer Erblichkeit.” Alle diese „Besonderheiten” werden angenommen, aber nirgends erwiesen. Ebenso ungefähr geschildert bleibt eine völlig hypothetische „neurologische Systemerkrankung”, die der Schizophrenie zugrunde liegen soll. („Bei den Katatonien glaube ich es schließlich fast beweisen zu können, daß die defektschizophrenen Erkrankungen auf Defekten antagonistischer Systeme beruhen.”) Die „nichtsystematischen Schizophrenien” werden als endokrin bedingt angesehen, wofür außer der Überzeugung des Verfassers wenig spricht.
M. Grotjahn (Chicago)