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Wer die großartigen Fortschritte der wissenschaftlichen Medizin der letzten Jahre nicht verfolgen konnte, findet die wichtigsten hier in ausgezeichneter Darstellung angeführt. Der Weg von der morphologischen Betrachtung zur funktionellen hat zu einer ungeahnten Erkenntnis über das Zusammenspiel der Funktionen und Regulationen geführt, aufgebaut auf den Errungenschaften auf dem Gebiet der inneren Sekretion und des autonomen Nervensystems.
Der als erfolgreicher Forscher bekannte Autor, Optimist und Skeptiker in einer Person, gibt eine reich illustrierte Darstellung all der patho-physiologischen Wunder von den Hormonen der „Nervendrüsen”, die sich auf der Nervenbahn bewegen; dem Hypophysen-Vorderlappen von wenigen Quadratmillimetern und so bedeutsamer Wirkung; von der Identität von Vagusreizung mit Produktion oder Freisetzung von Acetylcholin; dem Gichtanfall als allergischer Erscheinung; der Fettgier der Zelle als Grundlage einer neuen Theorie der Fettsucht; von dem Verschwinden der Chlorose aus den geläufigen Krankheitsbildern als Veränderung im Betrieb jenes Hypophysenvorderlappens, dem zunehmenden Hochwuchs seit 25 Jahren u. v. a. Professor Lichtwitz, jetzt Chef der Medizinischen Abteilung des Montefiore Hospitals in New York, bringt ferner das Bild der „konstitutionellen angiospastischen Diathese” mit ihren z. T. „nervösen” Beschwerden: All ihre Symptome sind nicht funktioneller oder hysterischer Natur, sondern haben ihre Grundlage in einem Fehler des autonomen Systems. Hier, sagt der sonst viel offenen Blick und Menschenkenntnis verratende Autor, biete sich „eine Gelegenheit für psychische Analyse, nicht um sexuelle Traumen aufzudecken, sondern um dem Patienten Verständnis der Umwelt zu vermitteln”, etc. Weist dieser Seitenhieb auf die Psychoanalyse mit Sicherheit auf ungenügende Kenntnis dieser Wissenschaft, so findet sich auch sonst Oberflächlichkeit bei der Schilderung der Psyche Migränekranker und bei manchem Hinweis auf die Neurosen. Ergibt sich auch für die