You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Gloversche Arbeit stellt einen Einleitungsvortrag zu einem Symposion über „Psychoanalyse und Erziehung” dar. Es ist G. besonders daran gelegen, den Umstand hervorzuheben, daß bei der Erziehung unbewußte Mechanismen am Werke sind und zwar nicht nur beim Erzieher, sondern auch beim Erzogenen, der, was er von der Umwelt geboten erhält, in intrapsychische Zusammenhänge einreiht und nach seiner Art benutzt, — vieles in der Erziehung ist Selbsterziehung. Immer noch werde zu wenig erkannt, daß Mitieueinflüsse erst in einem Zusammenspiel mit endopsychisehen Faktoren wirksam werden. Diese Wirksamkeit bestehe vom Standpunkt der Triebe aus in einer Verschiebung ihrer Ziele, aber auch in ihrer einfachen Hemmung (wie die Erziehung praktisch gehandhabt und gelehrt wird, ist sie, sagt G., „in sehr großer Ausdehnung ein Hemmungsprozeß, überdeckt von Rationalisierungs-Systemen”), oft an ganz anderen Stellen, als vom Erzieher bewußt beabsichtigt; Aufgabe der Analyse sei es, Kriterien für erfolgreiche Maßnahmen gewinnen und praktisch benutzen zu lehren. Vom Standpunkt des Ichs aus komme es auf die zugrundeliegenden Identifizierungen und Introjektionen an, die das Kind überhaupt erziehbar machen, ferner auf die Mittel der Erziehung (Liebe oder Angst) und auf das Zusammenspiel von Außen und Innen bei Aufbau und Gestaltung des Über-Ichs.
O. Fenichel (Los Angeles)