You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
In einer beinahe manischen Art temperamentvoll, immer gedrängt von Impulsen aller Art, immer arbeitend, ausgestattet mit einer ungeheuren Einfühlungsbreite — so erscheint dem Psychologen Balzac. Und er erkennt in dieser Art eine Reaktion auf eine unglückliche und versagungsreiche Kindheit. Immer alles, was um ihn herum geschieht, in sich aufnehmend, überall sich einfühlend und das so Erfaßte in unendlich vielen lebensnahen Gestalten beschreibend — schildert er doch immer sich selbst. „Balzac wurde ein großer Realist genannt und vielleicht hat er diesen Titel verdient, weil er nicht nur das Leben seiner Zeit detailliert beobachtete, sondern durch Projektion aus seinem eigenen Unbewußten seine Motive zeichnete.” Der Roman „Pere Goriot” ist, wie die Arbeit des Autors zeigt, in dieser Hinsicht besonders repräsentativ.
O. Fenichel (Los Angeles)