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An Hand einer ausführlichen Beschreibung des Ausbruches, der Erscheinungsformen und des Verlaufes der Straßenangst, versucht der Autor die Angsthysterie im allgemeinen darzulegen. Diese Ausführungen sind zwar für analytisch nicht gebildete Leser bestimmt, es werden aber darin immerhin Gesichtspunkte entwickelt und neue Funde des Autors berücksichtigt, die vielleicht auch den Analytiker interessieren könnten. Mit Rücksicht auf die Leser der ersten Gruppe sind einige von den zehn Kapiteln der Darlegung psychoanalytischer Grundbegriffe gewidmet.
Die Straßenangst kann schleichend oder, wie in der Mehrzahl der Fälle, akut im Anschlusse an einen Angstanfall ausbrechen. Durch zahlreiche Beispiele aus der eigenen Praxis werden von W. verschiedene Arten solcher akuter Anfälle illustriert. Er bespricht ausführlich diese Erscheinungen, welche er in seinem Kongreßvortrage in Luzern angedeutet hat.1 Der akute Angstanfall weist eine weitgehende Analogie zu jenen vom A. beschriebenen hysterischen Anfällen auf, die eine Schockwirkung hinterlassen. Nicht alle hysterischen Anfälle bringen infolge der Abfuhr der aufgestauten Libido ein Gefühl der Erleichterung und Erlösung mit sich. Es gibt nämlich hysterische Anfälle, die äußerst unlustbetont sind, und, insoferne sie bei dem Patienten die Angst vor ihrer Wiederholung hinterlassen, traumatisch wirken. Metapsychologisch wird dieser Unterschied in folgender Weise erklärt: Bei jedem Versuche der verdrängten Libido, zum Durchbruch zu gelangen, weckt diese im Ubw jene Angstvorstellungen (von: Kastration, Liebesverlust, Tod, narzißtischer Kränkung), welche eben ihre Verdrängung veranlaßt hatten Beim Überwiegen der Libidoabfuhr bringt der Anfall Befriedigung, gewinnt jedoch die destruierende Energie (Destrudo)2 die Übermacht, so wirkt der Anfall erschütternd und traumatisch. Es wird über Fälle berichtet, allerdings die selteneren, bei welchen die Straßenangst von einem hysterischen Anfalle der zweiten Art eingeleitet wurde.