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Die Psychoanalyse kommt in eine Phase der Entwicklung, in der die Fülle des zu ordnenden Materials eine Differenzierung der Begriffsbildung fordert. Bei dem Versuch, das Gesetzmäßige im Geschehen zu erfassen, dürfen die individuellen Unterschiede, die Abweichungen vom Idealtypus nicht mehr vernachlässigt werden. Das jetzige Entwicklungsstadium unserer Wissenschaft stellt die Forschung vor die Aufgabe, die Gesetzmäßigkeiten so zu fassen, daß auch das Individuelle, das Einmalige erklärt werden kann. Der Gedanke entspringt nicht aus einer methodologischen Überlegung, sondern aus der Praxis: Bei einigen Fällen führte der Versuch, den Anteil der oralen Fixierung in der Neurose abzumessen, zur Feststellung, daß der Begriff der oralen Fixierung selber eine Differenzierung verlange. Menschen, die wir als oral fixiert zu bezeichnen pflegen, können in ihrer manifesten Charakterstruktur wie in der Symptomatik ihrer Neurose sehr verschieden sein. Das Problem ist, ob irgendwelche faßbaren Differenzen der Triebqualität „oral“ aufzufinden sind, oder ob das wechselvolle Bild, das oral Fixierte bieten, aus den Kombinationsmöglichkeiten der Triebentwicklung stammt oder aus dem gegenseitigen Einfluß von Triebentwicklung und Ichentwicklung.