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Die bedeutendste soziologische Zeitschrift Amerikas widmet den Beziehungen zwischen Soziologie, Psychologie und Psychoanalyse ein Sonderheft und bringt damit zum Ausdruck, welche Bedeutung und welches Interesse der Analyse hier auf allen Gebieten, besonders aber in letzter Zeit auf dem Gebiete der soziologischen und politischen Wissenschaft entgegengebracht wird. Alfred Adler, seinem Namen zufolge an erster Stelle, gibt seine bekannte Definition der Neurose als Zeichen mangelhaften sozialen Interesses und schlechter sozialer Anpassung.
Die Arbeit von Franz Alexander ist ein wesentlicher Beitrag zur psychoanalytischen Methodenlehre. Soziale Vorgänge sind Handlungen zwischen biologisch unabhängigen Individuen, sie lassen sich deshalb allein mit psychologischer Terminologie beschreiben und mit psychologischen Begriffen verstehen. Allerdings haben sich Soziologie und Psychologie bisher unabhängig von einander entwickelt. Zwei typische Fehler sind bei den ersten Versuchen ihrer Vereinigung nicht vermieden worden: Es ist nicht möglich, die Gesellschaft zu analysieren, wie man ein Individuum analysiert. Ebenso falsch ist es, soziologische Gesichtspunkte in der Psychiatrie anzuwenden und ein psychologisches Problem lediglich soziologisch erklären zu wollen. Eine Neurose z. B. muß aus dem Einzelschicksal psychologisch erklärt werden. Eine korrekte Anwendung der Psychoanalyse in der Soziologie setzt eine geschichtliche, kulturelle und volkswirtschaftliche Kenntnis der sozialen Struktur voraus, ist dann aber geeignet, durch Kenntnis des Unbewußten in der Massenpsychologie zur vollständigeren Erkenntnis beizutragen. Neurotische Mechanismen, insbesondere Projektionen, verstärken die emotionellen Spannungen zwischen Individuen, Klassen und Völkern, die aber ihre Entstehung dem Zusammenprall verschiedener politischer Interessen verdanken.
Elton Mayo nennt die Psychologie der Neurosen eine “intime Soziologie“. Paul Schilder und David Slight berichten über die Zusammenhänge zwischen s