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Die höheren geistigen Funktionen psychoanalytisch untersuchen, kann nichts anderes heißen, als verstehen und beschreiben, wie sie unter dem Einßuß der Außenwelt aus Triebbedürfnissen entstanden und sich gestalteten. Freuds Arbeit “Die Verneinung“1 ist in dieser Beziehung mit der Untersuchung der Urteilsfunktion vorangegangen. B. versucht Ähnliches vor allem in bezug auf die Intelligenz. Es gelingt ihm weniger, eine einheitliche Auffassung von der Genese der Intelligenz überhaupt zu entwerfen; seine Ausführungen legen vielmehr dar, was für Triebe und psychische Instanzen an den Intelligenzfunktionen beteiligt sein mögen. Die Fähigkeit, neue Umweltsbedingungen zu meistern, wird als die Fähigkeit beschrieben, nach Störungen der libidinösen Harmonie zwischen Individuum und Umgebung eine dem verlorenen Zustand analoge oder ihn irgendwie ersetzende Situation zu etablieren. Dies aber muß in einer Weise geschehen, die das Ich selbst bereichert, sodaß gleichzeitig die Unabhängigkeit des Ichs und seine Verbundenheit mit der Umgebung gesteigert wird. Dazu sind sowohl primitives intuitives Verstehen als auch rationales analytisches Verstehen als auch schöpferische Phantasie erforderlich. Im ersteren sind besonders Identifizierungen, Einverleibungstendenzen, “haptative” Einstellungen wirksam, aber auch projektive, “synthetische“; die Verbundenheit von Projektion und Introjektion ist dabei eine sehr enge, — Bei der logischen Untersuchung überwiegt dem gegenüber das destruktive Element, indem der Wirklichkeit ihr bunter, lebensnaher, dramatischer Charakter genommen wird, um sie mit Hilfe unaffektiver, rein begrifflicher Methoden zu verstehen; Sado-Masochismus und entsprechende Schuldgefühle überwiegen. Der Analyse folgt allerdings die logische Synthese, in der — der philosophischen Anschauung des Autors nach — die Welt wieder zusammengesetzt wird nach von uns ihr aufgedrängten