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Höheres Lebensalter gilt ebenso als Kontraindikaation für Psychoanalysen wie manischdepressive Erkrankungen psychotischer Art. Deshalb ist es sehr bemerkenswert, daß
K. in zwei Fällen, in denen beide erschwerenden Momente wirksam waren, von recht weitgehenden Erfolgen der Analyse berichten kann. — Der erste Fall ist eine 56-jährige Frau, die auf den Tod des Ehemannes mit agitierter Depression reagierte. Es gelang durch Deutung ihres Benehmens aggressive Tendenzen gegen den Mann, dann solche gegen die Mutter und schließlich die Angst, der Mutter etwas angetan zu haben, bewußt zu machen. Es kam wenig Kindheitsmaterial, und orale Tendenzen erschienen nur in Andeutungen, sodaß K. den Erfolg, der tatsächlich eintrat, für dynamisch nicht genügend geklärt ansah. — Der zweite Fall ist ein 60-jahriger Mann, der besonders deutlich den manisch-depressiven Erkrankungen zugrunde liegenden Zwangscharakter aufwies. Er war durch ärztlichen Eingriff kastriert worden. — Seine allgemeine Aggressivität und seine Selbstanklagen zentrierten sich allmählich um einen tiefen Haß gegen seinen Vater und um Schuldgefühle wegen Masturbation. Seine Konflikte standen im Zeichen seiner Kastration, die erst als Strafe für Odipuswünsche, in einer folgenden Hypomanie aber mehr als Quelle femininer Glücksgefühle aufgefaßt war. Bemerkenswert ist, daß dieser Patient eine richtige Übertragungsneurose ausbildete, wie wir sie bei Neurotikern zu sehen gewohnt sind; nur waren ihre Bildungen ein wenig labiler.
O. Fenichel (Los Angeles)