You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Der Begriff „Schmutz” ist in erster Linie ein affektiver, und unser Benehmen schmutzigen Dingen gegenüber sehr widerspruchsvoll. Als „schmutzig” wird alles empfunden, was aus dem Körper herauskommt, entsprechend der Phantasie, das ganze Körperinnere sei eine große „Schmutzfabrik“. Sodann gehört zu dem Begriff die Vorstellung einer magischen Kontagiosität: durch Berührung mit Schmutzigem entsteht weiter Schmutz. Versuche, „Schmutziges” von „Reinem” nach realen Kriterien zu unterscheiden, scheitern sämtlich. — Ausscheidungen des Körpers sind aber nicht gleichmäßig „schmutzig“, sondern es gibt da eine Hierarchie, reichend etwa von den Tränen bis zu den Faeces. (Im allgemeinen stimmen die Menschen über diese Hierarchie ziemlich überein; nur die Milch und der Samen werden von verschiedenen Menschen sehr verschieden eingereiht.) Weichheil, Feuchtigkeit, Schleimhahigkeit und Haarigkeit gelten für schmutziger als Härte, Trockenheit, Haarmangel; alte Leute gelten für schmutziger als junge, schwarze als blonde, konvexe Körperteile als konkave. Dieser Hierarchie entspricht das allgemeine Gefühl, daß das Weibliche schmutziger sei als das Männliche (selbst bei neurotischen Frauen, die den Sexual verkehr verweigern, weil sie vom Mann