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Eine Patientin mit Ulcus duodeni und Agoraphobie, deren psychische Struktur der von Alexander beschriebenen „Ulcus-Haltung” entsprach — chronische unbefriedigte orale Begehrlichkeit, verdrängt und überdeckt durch ein entgegengesetztes selbständiges Verhaken — bekam im Verlauf der Analyse passager ein schweres Konversionssymptom, nämlich einen Muskelspasmus in der Lumbairegion. Sie war als Kind von ihrem Bruder verführt worden, und aus diesem Anlaß in ihrer Sexualität zu einer oral abhängigen Haltung gegenüber Mutter und Schwester regrediert. Sie produzierte das neue Konversionssymptom gerade zu der Zeit, als ihr dies in der Analyse aufgedeckt und sie so gezwungen wurde, sich mit der sexuellen Frage auseinanderzusetzen. Zur gleichen Zeit entwickelte sie Männlichkeitswünsche und aktive Kastrationstendenzen gegen Analytiker und Bruder. Die Lokalisation des Symptoms war von den sexuellen Szenen mit dem Bruder her determiniert. Während das Material, das dem Ulcus zugrunde lag, prägenitalen Charakters war und sich mit Wünschen in bezug auf Mutter und ältere Schwester befaßte, entsprach das Konversionssymptom einem andern Ausweg aus den Sexualkonflikten mit dem Bruder: dieser andere Ausweg war phallischer Natur und getragen von Penisneid und männlicher Identifizierung.
O. Fenichel (Los Angeles)