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Der folgende Traum gibt Anlaß zur Diskussion einiger Probleme der Deutungstechnik in besonderen Fällen. Seine psychologische Würdigung führt darüber hinaus zu einer erneuerten Fragestellung, welche die Beziehung von Traum und Leben betrifft. Die Träumerin ist wegen verschiedener neurotischer Beschwerden in Analyse. Sie ist seit einem halben Jahr verheiratet und im vierten Monat der Schwangerschaft. Der Traumtext lautet: „Ich weiß nicht, wer der Vater meines Kindes ist. Manchmal denke ich, es ist Piet. Mutter aber sagt, es ist Jan. Ich bin sehr verzweifelt und weine viel. Schließlich halte ich es nicht mehr aus und beschließe, Selbstmord zu begehen.”
Der manifeste Trauminhalt scheint zunächst nur an einem Punkt, der Tatsache der Schwangerschaft, mit der Realität verknüpft zu sein. Natürlich ist die junge Frau ihrem Manne, den sie zärtlich liebt, nicht untreu gewesen. Sie weiß natürlich, daß dieser Mann der Vater des Kindes, das sie erwartet, ist. Umso merkwürdiger ist es, daß sie nach dem Erwachen an den Traum wie an eine Wirklichkeit zurückdenkt. Es ist ihr einen Augenblick lang, als wisse sie wirklich nicht, wer der Vater ihres Kindes sei. Dieses Realitätsgefühl tritt sogleich in scharfen Gegensatz zu ihrer bewußten Kenntnis. Es bleibt aber, auf den Traum als Ganzes bezogen, während des Tages bestehen. Ihre Stimmung war in den letzten Wochen vor dem Traum besonders gut gewesen. Jetzt fühlte sie sich deprimiert. Sie hatte nach dem Erwachen aus dem Traum viel geweint. Sie weinte auch, während sie mir den Traum erzählte, und beklagte sich darüber, daß sie immer an ihn denken müsse.
Vielleicht ist die Warnung davor, den Sinn des Traumes von seinem manifesten Text aus zu erraten, gerade in einem solchen Fall nicht überflüssig. Man würde auch durchaus fehlgehen mit der Annahme, daß die Dame heimlich wünsche, einen anderen Vater für ihr Kind zu haben. Sie hatte häufig erklärt, sie könne sich keinen anderen Vater für ihr Kind wünschen oder auch nur denken. Sie hatte seit lan