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Die Bewegungen, mit denen Bejahung und Verneinung zum Ausdruck gebracht werden, die erstere mit vertikaler, die letztere mit horizontaler Bewegung des Kopfes, werden durch lange historische Zeiträume und über weite Strecken des Erdballs hin in gleichem Sinn verstanden und gebraucht. Diese Tatsache muß ihren Grund in tief wurzelnden Mechanismen haben. Es ist mir nicht bekannt, ob man sich schon früher mit dieser Frage beschäftigt hat. Dem Psychoanalytiker bietet sich eine Antwort auf diese Frage, die so überzeugend zu sein scheint, daß ich sie hier mitteilen möchte.
Ein Mann hatte beinahe den Zwang, in der Nähe eines ihm sympathischen Menschen entweder zu schlucken oder tief einzuatmen, und in der Nähe eines für ihn unsympathischen, krankhaften oder wertlosen Menschen tief auszuatmen. Er war sich selbst über die Bedeutung des Zwanges im klaren: im ersteren Falle nimmt er etwas von dem andern in sich auf und in dem entgegengesetzten Falle schützt er sich vor den Eigenschaften des andern.
Die Ausdrucksbewegungen der Bejahung und Verneinung scheinen auf oraler Basis zu ruhen. Die bejahende Kopfbewegung geht so vor sich, daß sich zuerst der Kopf etwas nach hinten bewegt und dann erst die vertikale Vorwärtsbewegung stattfindet. Es ist dieselbe Bewegung wie beim Trinken. Die verneinende Bewegung ist die gleiche wie die des Kindes, das sich weigert, die ihm dargereichte Nahrung in den Mund zu nehmen. Das verneinende Schütteln des Kopfes ist meist mit dem Zusammenpressen des Mundes verbunden. Der Ausdruck der Bejahung bedeutet also ursprünglich eine orale Introjektion und der Ausdruck der Verneinung eine orale Abwehr.
Zur Weiterführung noch einige allgemeine Erwägungen, Schon die einzellige Amöbe wählt ihre Nahrung: was sie aus der Umgebung als genießbar in sich aufnimmt, ist für sie Objekt der Bejahung, was sie als ungenießbar ausstößt, ist Objekt der Verneinung. Die Psychoanalyse hat die unbewußten oralen Mechanismen