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Dieses kleine Buch behandelt unerwarteter Weise die statistisch und praktisch so bedeutungslosen organischen Ursachen der männlichen Impotenz und der weiblichen Frigidität auf 45 Seiten, die entscheidenden psychischen Ursachen dieser Hemmungen und Neurosen hingegen nur auf 17 Seiten. Man ersieht daraus den Standpunkt des Verfassers, der denn auch Organpräparate und Aphrodisiaca als das Wichtigste der Behandlung ins Treffen führt. Die Hormonpräparate werden auch sämtlich samt der erzeugenden Firma in der Anzahl von 86 aufgezählt.
Die Psychotherapie des Autors beschränkt sich auf Suggestion, Hebung des Selbst-bewußtseins, Beseitigung von Hemmungen und Aufklärung. Von der Schule der Psychoanalyse, heißt es dunkel, trenne den Verfasser vornehmlich deren Lehre von der Sublimierung und deren angebliche „Überwertung akzidenteller psychischer Momente”. Es ist begreiflich, daß Professor Pötzl, der dem Buch zwar ein anerkennendes Geleitwort mitgegeben hat, nach dem Studium des vorliegenden Buches dessen Lesern empfiehlt, sich noch ergänzend „in die tiefenpsychologischen Gedankengänge und Ergebnisse sexualpathologischen Inhalts einzuarbeiten.”
Im Detail sei als Irrtum herausgegriffen die Angabe, der Vaginismus sei „meist durch Verletzungen an der Clitoris oder am Introitus ausgelöst”, während der Vaginismus doch als psychogen bedingt feststeht. Ejaculatio (besser: Orgasmus) praecox kann im Gegensatz zu des Verfassers Angabe beobachtet werden. Die impotentia ejaculandi wird hier nur organisch zu erklären versucht, der Begriff des Fetischismus durch sinnlose Erweiterung ganz verwässert. Manche andere Angabe befremdet oder hinterläßt Zweifel, wie besonders die so vielen Erfahrungen anderer widersprechende Annahme einer mehr als suggestiven Wirkung der uns bisher zur Verfügung stehenden Organpräparate auf Impotenz und Frigidität.
E. Hitschmann (London)