You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
„Der oberste Grundsatz für das Erkennen und Behandeln von Krankheiten,” so beginnt der Verf., Vorsitzender der Deutschen Psychotherapeutischen Gesellschaft, Berlin, sein Buch, „ist die Betrachtung des Menschen als Ganzheit.” Auch „der Kassenarzt sollte wieder zum Hausarzt werden. Seine Ausbildung müßte sich auch wieder
auf Psychologie und Philosophie erstrecken.” In 16 Kapiteln werden dann die einzelnen organischen Erkrankungen in ihrem Zusammenhang mit psychologischen Vorgängen im Kranken dargestellt, belebt von kurzen Krankengeschichten. In reichlichem Maße wird Literatur zitiert: Hippokrates, Wittkower und Künkel neben vielen anderen. Nach einem Abschnitt über Unfallfolgen wird in dem sehr kurzen Schlußkapitel die Therapie umrissen: Es „muß betont werden, daß die Psychotherapie bei allen schon vorhandenen Organerkrankungen nur ergänzend angewandt werden kann. Im Vordergrund steht die Organbehandlung. Neben dieser steht die Ganzheitsbehandlung, für die drei Heilweisen in Frage kommen, die Naturheilkunde, die Hormonbehandlung und die Psychotherapie.” „Die verweichlichende, materialistische Weltanschauung hat die Neurose großgezüchtet, und damit auch die Widerstandskraft gegen organische Erkrankungen herabgesetzt.” Die Aufgabe des Arztes ist es, seinen Patienten vom „Ich” zum „Wir” umzustellen.
M. Grotjahn (Chicago)