You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Ausgehend von der Hypothese, daß zwischen dem „pathologischen Verlauf” der Schizophrenie und der Epilepsie ein Antagonismus besteht, wird versucht, diesen vermuteten Antagonismus therapeutisch auszunutzen und bei schizophrenen Patienten epileptische Anfalle künstlich herbeizuführen. Durch drei bis dreißig intravenöse Gaben von Cardiazol werden fast regelmäßig ebenso viele epileptische Anfalle erzeugt. Angeblich ist diese Cardiazolepilepsie völlig gefahrlos. Der Verfasser behandelte 110 Fälle, von denen 53 remittierten. Bei geeigneter Auswahl von Fällen könnten sogar bis zu 80% Remissionen erzielt werden. Schizophrene Verläufe von mehr als 4 Jahre Dauer sind ungeeignet und sollten nicht der Behandlung unterzogen werden. Fälle, die auf die Behandlung ungünstig oder gar nicht ansprechen, werden als „endogen hereditär” bezeichnet.
Über die subjektive Einstellung der Patienten sowie über die vielen in solche Behandlung hineinspielenden psychologischen Fragen wird nur Behr spärlich Auskunft gegeben. Anfänglich soll völlige Amnesie des Pat. für alles nach der Injektion Vorgefallene